Nachdem Julia nun 1 Woche erfolgreich und mit ganz viel Spaß bei OmaOpa verbracht hat, entgegnen wir nun dem Nichtvorhandensein von Krippenplätzen recht spontan mit einer Tagesmutter.
Bei uns gibt es zwar 5(!) große Kindergärten im Dorf, aber wenn ich einen Antrag auf einen der 5 Krippenplätze stellen will, ginge das erst im Februar/März 2012 und dann im Juli/August wird entschieden wer die Plätze bekommen wird. Super Sache, dann wird die Kleine nämlich auch bald schon 3 und dann ist nix mehr mit Krippe. Leider lassen sich die Tagesmütter hier ihre Arbeit auch vergolden und das können wir uns wirklich nicht leisten.
Nun haben wir allerdings über unsere Exnachbarn eine Tagesmutter gefunden die oberflexibel ist, bezahlbar, erfahren, viel rausgeht mit den Kindern, fast vor unserer Haustüre wohnt und auch noch Kinder im passenden Alter betreut.
Also fangen wir jetzt an, diese Gute Frau einzugewöhnen. Julia muß man ja schließlich nicht wirklich irgendwo eingewöhnen. Solange es da Kinder, Spielzeug und was zu essen gibt bleibt sie eigentlich überall. Ich hätte am ersten Tag wie bereits erwartet schon komplett nach 5 Minuten gehen können.
Hach, das finde ich richtig toll an unserer Kleinen dieses Vertrauen in uns, daß wir natürlich wiederkommen und sie nie irgendwo hingeben wo es doof ist.
Schön zu sehen, wieviel Spaß sie bei der Tagesmutter hat.
Nun kommt allerdings das große ABER.
Das besteht auch einem äußerst merkwürdigen Gefühl meinerseits der Tagesmutter gegenüber. Nein, das ist sicher keine Eifersucht oder so. Aber die hat irgendwie einen kleinen Dachschaden die Dame und ich kann es noch nicht wirklich greifen und in Worte fassen was da nicht stimmt. es sind etliche Kleinigkeiten von denen jede für sich nicht schlimm wäre, aber alle zusammen lassen mich schon grübeln.
Ich versuche mich mal, diese kleinen Dinge aufzuzählen:
- kein Kind lacht dort (außer mein dauerlacher natürlich) und irgendwie herrscht eine äußerst unfröhliche Grundstimmung
- niemand animiert die Kinder zu spaßigen Sachen
- die TAMU redet mir extremst zu Munde. Finde ich etwas gut, tut sie das auch. Mag ich etwas nicht, schimpft sie wie ein Rohrspatz darüber.
- sie ist sehr streng zu den Kindern. Ich finde das grundsätzlich gut, aber man kann es bei den Ministöpseln auch echt übertreiben. Wenn sie zB. nee statt nein sagen gibts richtig arg Schimpfe mit dem Kommentar „nee kostet 5 €“ häääh?
- sie ist sehr unfair in ihrer Strenge, das alte Tageskind ist superlieb und schüchtern und kriegt ständig Schimpfe weil sie zB. mit etwas spielen will was die TAMU Julia zugedacht hat (die damit gar nicht spielen wollte)
- sie betont ständig so Sachen die mich grübeln lassen, warum sie das nicht nebenher kurz erwähnt, sondern so extrem betont. zB. daß Fremde die Kinder „nicht anfassen, nicht füttern“ dürfen. Nieeeeemand dürfe jeeeeemals die Kinder anfassen und ihnen was zustecken. Find ich ja okay, aber 1x kurz ansprechen hätte ja auch gereicht
- sie läßt sich 1000fach von mir bestätigen daß sie das Kind auch ausziehen darf, weil sie ab und an mal baden gehen. –> und was macht sie bitteschön beim windeln?
- sie fühlt sich von vielen Leuten „verfolgt“. Im Dorf reden viele über sie, andere Eltern erzählen Lügen…(die würd ich ja gerne mal hören)
- Sie erzählt stundenlang was von Datenschutz, daß nichts diesen Raum verläßt.- Schon gut, es reicht doch es 1x zu erwähnen, oder?
- sie zeigt mir nicht ihre ganzen Räume, obwohl es auch Privaträume gibt die die Kinder nutzen werden. Ich krieg nichtmal Bad oder Küche gezeigt.
- Sie erzählt mir mehrfach, wie schrecklich Hello Kitty sei und daß sie das total ablehnen würde. Also richtig fest in ihren Grundsätzen die Frau. Okay, ich finde das selber auch doof aber es hätte ja sein können daß ich morgen mit nem Hello Kittypulloverkind komme, oder? Es ist alles ne Frage der Art, sowas anzusprechen.
- Sie sagt zu den Kindern in meinem Beisein recht eindringlich daß sie auch immer Geheimnisse vor den Eltern haben müssen was sie ihnen nicht erzählen dürfen. Man müsse ja nicht immer erzählen was sie so toben *aufhorch*
- Einmal erzähl sie mir, sie habe keinen Mann und lebe alleine und beim nächsten Mal gibt es doch einen Ehemann der da wohnt.
- sie hat mir bis heute noch keine richtige Antwort auf die Frage gegeben ob sie denn die Quali fürs Jugendamt hat. Sagt immer nur jaja. Schimpft stattdessen aufs Amt daß immer alle Anträge ihrer Eltern abgelehnt werden zur Zeit. Das Amt kennt diese TAMU nicht und versichert mir in den letzten 3 Jahren nicht einen Antrag abgelehnt zu haben.
- Der Hinweis, daß sie 0,50€/h mehr bekommt, wenn wir das übers Amt laufen lassen scheint sie nicht zu motivieren sich mal mit der Thematik auseinanderzusetzen
- wir müssen immer über so komische Sachen reden anstelle mal die grundlegenden Dinge zu regeln. Ihr sind so seltsame Dinge totaaaal wichtig, wichtiger als die wirklichen wichtigen Dinge die man absprechen muß
- Es wird permanent darüber geredet daß am 22.12. in die Kirche zum Tannenbaumschmücken gegangen wird, ganz wichtig und terminlich schon voll besprochen und daß zu den Geburtstagen alle Eltern Geld für Geschenke die sie aussucht gegeben wird. Aber über Urlaubsregelungen, Krankheitsvertretungen, Kosten und so wird auch auf Nachfrage kaum geredet.
- sie bezeichnet die Kinder immer so komisch verklärt als kleine Erdenbürger, höchstes Gut, Heiligtümer und so in der Art
irgendwie seltsam das ganze.
Ich kann es nicht greifen aber die ganze Frau ist latent paranoid und geistig verklärt (wie in einer Sekte) im Ersteindruck.
Leider kann keine andere Tagesmutter vor Januar und deshalb gucke ich mir das jetzt nochmal ein paar Wochen mit an. Denn Julia gefällt es da und vielleicht bin ich ja komisch.
Aber Ilja fand sie auch irgendwie seltsam. Das soll schon was heißen.